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Seit vielen Jahren sind Emailleschilder und Blechschilder ein fester Bestandteil im öffentlichen Raum der Gesellschaft. Diese Blechschilder, welche mit einer Emailleschicht überzogen sind, um sie so gegen den Verfall oder die Witterung zu schützen, waren in vergangenen Zeiten beliebte Reklameschilder und sind heute sehr beliebte Sammelobjekte.
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Die Emailleschilder- oder Emailschilder erlebten eine Blütezeit zwischen den Jahren 1890 und 1960, als Ludwig Stollwerck die Verwendung des Emailleschild für den Werbezweck entdeckt hatte. Es heißt, dass er von der Faszination gefangen wurde, ein Werbeplakat zu verwenden, welches jeder Witterung stand hält und das Emailleschild erfüllte diese Kriterium par excellence.
Stollwerck lies 1893 das erste Emailleschild bei der Firma Schulze und Wehrmann anfertigen und das Emailleschild trat seinen Siegeszug als Markenzeichen der Firma Stollwerck an. Die Firma Schulze und Wehrmann, welche in Eberfeld produzierte, war das erste Emaillierwerk welches Werbeschilder in Deutschland fertigte.
Neben der Aussenwerbung wurden die Emailleschilder auch im öffentlichen Verkehrsraum als Straßenschilder eingesetzt, wobei der Werbezweck der Hauptverwendungszweck blieb.
Dank der Industrialisierung und dem Fortschritt der Technik in der Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es Eisenbleche mit Emaille zu überziehen, ohne das die Emaille bei dem Brennvorgang von bis zu 1000 Grad von dem Blech platzte. Allerdings war die Herstellung dieser Werbeschilder damals recht teuer, was sich wiederum Firmen wie Maggi oder Persil zu nutzen machten. Denn die Emailleschilder waren qualitativ hochwertige Werbemittel und suggerierten dem Konsumenten, dass das Produkt der Firma, welches bunt und in Emaille beworben wird auch qualitativ hochwertig ist.
Es waren die heute bekannten Firmen, wie Nestlé, Maggi, Dr. Oetker oder Stollwerck, welche das Blechschild in der Werbung etablierten.
Zu Beginn der Herstellung wurden die Schilder noch in aufwendiger Handarbeit und in limitierten Stückzahlen hergestellt. Aber nach dem Ersten Weltkrieg änderte sich dies und die Emailleschilder überschwemmten die Städte und ihre Fassaden und es wurden nicht mehr nur Schriftzüge, sondern auch Figuren auf die Schilder gebannt. Die wohl berühmteste Dame der Werbeschilder ist die „Weiße Dame“, ein Entwurf für Persil von Kurt Heiligenstaedt aus dem Jahre 1922.
Das Ende der Emailleschilder kam in den 50er Jahren, als zum einen die Papierwerbung aufgrund der geringeren Kosten populärer wurde und es zum anderen an einer Orientierung am schnelllebigen und an Amerika orientierten Konsumverhaltens kam, in welchem für die wunderschönen Emailleschilder kein Platz mehr war und diese beinahe vollständig aus dem Straßenbild verschwanden. Doch Dank einer Welle von Nostalgie, welche die Gesellschaft in den 90er Jahren erreichte, sind auch heute wieder einige Emailleschilder in der Werbung zu finden, welche aber leider nicht immer den qualitativ hochwertigen Standart der Werbeschilder aus der vergangenen Epoche erreichen.